Auf dem Weg zum Polymer Valley

Auf dem Weg zum Polymer Valley

 

Das neue Jahr an der Uni: Bayreuther Forscher legen den Grundstein für moderne Werkstoffe – Afrika-Institut will Politik beraten

 

Die Forschung an der Universität Bayreuth hat viele Gesichter. Nächstes Jahr kommt mindestens ein neues hinzu – das Bayerische Forschungsinstitut für Afrikastudien soll schon im ersten Quartal seine Arbeit aufnehmen. Damit betritt die Universität ganz offiziell auch das politische Parkett. „Politik und Wirtschaft sollen unsere Expertisen in diesem Bereich erkennen und abrufen”, sagt Uni-Präsident Stefan Leible. Die Bayreuther Afrikastudien gelten schon bisher international als spitze. Das neue Forschungsinstitut ist eine Kooperation der Universitäten Bayreuth und  Würzburg  mit den Hochschulen in Ingolstadt und Neu-Ulm. Die Geschäftsstelle dieses Instituts soll in Bayreuth errichtet werden. Ziel ist es die Afrikaforschung bekannter zu machen und zum Beispiel in Bayreuth erarbeitete Forschungsergebnisse zum Thema Entwicklungshilfe in die politische und wirtschaftliche Entscheidungsfindung einfließen  zu lassen.

 

Die Voraussetzungen sind bestens, in Nordbayern ein Polymer Valley anzusiedeln.

(Professor Stefan Leible, Bayreuther Uni-Präsident)

 

 

Eines der Forschungsfelder in diesem Bereich befasst sich unter anderem mit den „kreativen Experimenten“ politischer Kulturen in Afrika. Kreativ auf ganz anderem Gebiet werden die Mitarbeiter des Bayerischen Polymerinstituts (BPI). Die Idee dazu ist schon älter, aber das Jahr 2014 wird wohl entscheidend für die Gründung dieses Instituts sein. Ähnlich wie beiden Aftikastudien kooperiert die hiesige Universität in diesem Bereich mit den Hochschulen in Würzburg und in Erlangen-Nürnberg. Die Forscher leisten hier Grundlagenarbeit, sagt Leible. Maßgeschneiderte Kunststoffe gelten als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Und: Die Bayreuther Polymerforschung ist Spitzenreiter im Förderranking der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Kunststoffe werden in der Medizin ebenso benötigt wie in der Raumfahrtindustrie, in der Automobilbranche und in der Verpackungsindustrie. Ressourcenschonende Herstellung und möglichst große Designfreiheit sind dabei einige der Anforderungen, die die Forschung so spannend machen: Interdisziplinäre Teams aus Chemikern, Physikern, Materialwissenschaftlern und Ingenieuren arbeiten gemeinsam an den Aufgaben. Und das mit Erfolg. Denn die kunststofftechnischen Forschungseinrichtungen in Bayreuth, Erlangen-Nürnberg und Würzburg sind wissenschaftlich und industriell hoch anerkannt und gelten als Innovationstreiber der Branche. Die drei Universitäten und ihre Forschungsinstitute haben unterschiedliche Schwerpunkte bei den Entwicklungsprozessen von Polymeren. Wie Stefan Leible sagt, ergänzen sich die drei Standorte in ihren Arbeiten. In Bayreuth wird maßgeblich in den Natur-und Ingenieurwissenschaften geforscht: Einerseits im Bereich der makromolekularen Chemie (bekannte natürliche  Makromoleküle  sind  etwa Stärke, Zellulose und die menschliche Erbinforrnation DNA), andererseits in der physikalischen Chemie der Polymere und Kolloide (das sind Teilchen oder Tröpfchen, die in Feststoffen, Gas oder Flüssigkeit fein verteilt sind; Bei Schlagsahne etwa verteilt sich Gas in Flüssigkeit)  und der experimentellen und theoretischen Polymerphysik sowie der Polymerverarbeitung. Vorrangiges Ziel des Bayerischen Polymerinstituts ist es, in der Region das national führende Forschungsinstitut im Bereich dieser hochkomplexen Forschung zu etablieren. Unter dem Dach des Instituts wollen die drei Universitäten die gesamte Forschungs-und Knowhow-Kette darstellen: Von der Synthese maßgeschneidener Makromoleküle über die Untersuchung ihrer physikalischen Eigenschaften bis hin zur Entwicklung von Fertigungsprozessen neuartiger Bauteile. Langfristig könnte das Forschungsdreieck Bayreuth-Würzburg-Erlangen zum „Nordbayerischen Polymer Valley” werden, hofft der Bayreuther Uni-Präsident.

 

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