Instandsetzung von Kfz-Bauteilen aus Organoblechen

Eine der zentralen Herausforderungen für den Einsatz von Faserverbundwerkstoffen im Fahrzeugbau stellen die langen Aushärtezeiten in der Herstellung dar, die bei den aktuell verwendeten duroplastischen Matrix-Kunststoffen einzuhalten sind. Da die hierbei entstehenden hohen Kosten aktuell einen breiten Einsatz dieses Werkstoffs verzögern, rücken endlosfaserverstärkte Verbundmaterialien mit thermoplastischer Matrix (“Organobleche”) in den Fokus, da deren Taktzeiten in der Fertigung deutlich verringert werden können. Aufgrund der möglichen Kostenvorteile werden Organobleche aktuell in die Serienfertigung von Fahrzeugherstellern eingeführt. Während jedoch für die Instandsetzung bei Schäden an Faserverbundwerkstoffen mit duroplastischen Kunststoffen bereits Vorgehensweisen und Erfahrungswerte vorliegen, sind diese bei Organoblechen noch nicht für den Einsatz validiert.

Im Forschungsprojekt „Kfz-Service-Engineering 2020“, welches sich mit der Entwicklung von innovativen Serviceprozessen zur Instandsetzung von Fahrzeugbauteilen beschäftigt, werden hierzu neben einer Reihe von weiteren Servicefällen Untersuchungen zur Instandsetzung von beschädigten Organoblechbauteilen durchgeführt. Dazu wurden Daten von Fahrzeugschäden erhoben und auf deren Basis realitätsnahe Überlastungen in Organoblechen erzeugt. Eine Überprüfung mithilfe gängiger Verfahren wie der Lockin-Thermographie (siehe Abbildung 1) stellt einen definierten Probenzustand sicher. Im Anschluss stehen unterschiedliche Instand-setzungstechniken zur Verfügung, welche aktuell auf ihre Eignung zur Wiederherstellung der mechanischen beziehungsweise funktionalen Eigenschaften untersucht werden. Im Hinblick auf einen ansteigenden Einsatz des Werkstoffs in Fahrzeugen ist die Übertragbarkeit der Erkenntnisse auf die Gegebenheiten in Kfz-Betrieben wichtig. Die an der Universität Bayreuth bzw. der dortigen Fraunhofer-Projektgruppe entwickelten Ansätze des Forschungsprojekts werden an der Handwerkskammer für Oberfranken in Bayreuth praxisnah getestet und in Ausbildungsmaßnahmen überführt.

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Prof. Dr.-Ing. Rolf Steinhilper
Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation an der Universität Bayreuth
Universitätsstr. 30
D-95447 Bayreuth

Ansprechpartner: 
Korbinian Lohr, M.Sc.

Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation an der Universität Bayreuth
Universitätsstr. 30
D-95447 Bayreuth
Tel: +49 (0) 921/55-7509
Email: korbinian.lohr@uni-bayreuth.de