Innovationspreis Neue Materialien 2016 für Arbeit zu flammgeschützten Kunststoffen

Studierenden einen aktiven Einblick in die Alltagspraxis einer modernen Forschungseinrichtung zu ermöglichen, nimmt für die Neue Materialien Bayreuth GmbH (NMB) einen wichtigen Stellenwert ein. Hiervon profitieren die oberfränkischen Universitäten und Hochschulen, aber auch die regionale Wirtschaft. Mit einem von der Fördervereinigung Neue Materialien Bayreuth ausgelobten Preis soll ein Anreiz geschaffen werden, verstärkt akademische Abschlussarbeiten in dem inspirierenden Umfeld von NMB anzufertigen und dabei in einen internen Wettbewerb einzutreten.

Am 05. Juli 2016 wurde der Preis zum zweiten Mal vergeben. Dr. Steven Schmidt, Abteilungsleiter F+E Werkstoffvorentwicklung bei der REHAU AG + Co, übergab zusammen mit Klaus Krauß, dem Geschäftsführer der Fördervereinigung, den Pokal und das Preisgeld von 500 Euro an die Preisträgerin. Wilhelm Wenning, Vorsitzender der Fördervereinigung, und Heidrun Piwernetz, Regierungspräsidentin von Oberfranken, begrüßten zuvor die rund 90 Teilnehmer der Preisverleihung in den Räumen der NMB.

Die Jury aus Robert Hofmann (Geschäftsführer Hofmann Innovation Group), Prof. Volker Altstädt (Universität Bayreuth), Dr. Thomas Neumeyer (Bereichsleiter Kunststoffe) sowie Prof. Vasily Ploshikhin (Universität Bremen) hatte in diesem Jahr die Qual der Wahl. „Alle Einreichungen zeigten ein hohes wissenschaftliches und methodische Niveau“, berichtet Robert Hofmann.

Preisträgerin Christin Pawelski hat in ihrer Masterarbeit im Studiengang Polymer Science an der Universität Bayreuth untersucht, wie Schaum-Kunststoffe durch Beschichtung des Ausgangsmaterials so modifiziert werden können, dass sie schwer entflammbar sind. Bislang kann Flammschutz nur bei teuren Hochtemperaturschaumstoffen realisiert werden. Standard-Kunststoff mit Flammschutz eröffnet ein breites und wirtschaftliches Einsatzfeld als Leichtbauwerkstoff z.B. in Massentransportmitteln, wo zwar entsprechende Anforderungen an den Flammschutz, nicht aber an die Temperaturstabilität des Materials gestellt werden. Durch die Beschichtung konventioneller Rohmaterialien erschließen sich insbesondere für mittelständische Verarbeiter und Produktionen mit kleinen Losgrößen neue, attraktive Einsatzgebiete.

Professor Volker Altstädt, NMB-Geschäftsführer und als Lehrstuhlinhaber für Polymere Werkstoffe an der Universität Bayreuth Betreuer der Arbeit, verweist auf einen weiteren Aspekt: „Die Arbeit zeichnet sich durch einen ganzheitlichen Ansatz der Untersuchung aus. Dadurch ist es gelungen, nicht nur die Flammschutzeigenschaft erfolgreich zu entwickeln, sondern darüber hinaus auch die Verarbeitbarkeit des Materials in den etablierten Prozessen der Kunststoffindustrie zu berücksichtigen.“

Das Bild zeigt die Preisträgerin Christin Pawelski mit den Jurymitgliedern Robert Hofmann, Dr. Thomas Neumeyer, Prof. Volker Altstädt (v. links) sowie Klaus Krauß von der Fördervereinigung Neue Materialen Bayreuth (rechts neben ihr).

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