Extremer Frontalaufprall auf der Erde

Neue, in „Science“ veröffentlichte Isotopenanalysen sprechen für die These, dass vor rund 4,5 Milliarden Jahren ein planetenartiger Himmelskörper tief in die Erde eingedrungen und eine Materialmischung erzeugt hat, aus der auch der Mond entstanden ist.

 

Wie ist der Mond entstanden? Die Fachwelt ist sich weitgehend darin einig, dass vor rund 4,5 Milliarden Jahren ein planetenartiger Himmelskörper auf die Erde geprallt ist, die zu diesem Zeitpunkt bereits einen festen Gesteinsmantel hatte. Dabei wurden riesige Wolken von Staub und Gesteinsbrocken in die Erdumlaufbahn geschleudert, aus denen sich allmählich der Mond herausbildete. Bisher war in der Forschung die Annahme verbreitet, jener Himmelskörper – der nach einer Gestalt aus der griechischen Mythologie den Namen „Theia“ erhielt – sei von der Seite her in einem eher flachen Winkel auf der Erdoberfläche aufgeschlagen.

Diese Hypothese ist jedoch unplausibel, wie ein internationales Forschungsteam mit Prof. Dr. David Rubie vom Bayerischen Geoinstitut (BGI) der Universität Bayreuth jetzt herausgefunden hat. Die im Wissenschaftsmagazin „Science“ veröffentlichten Forschungsergebnisse sprechen vielmehr dafür, dass Theia mit extrem hoher Geschwindigkeit frontal auf die Erde zugestürzt ist, vermutlich mit rund 10 Kilometern pro Sekunde. Die enorme Wucht des Aufpralls setzte Energien frei, die einen großen Teil des Erdgesteins aufgeschmolzen haben. Dadurch ist Theia tief in die Erde eingedrungen und hat sich mit dem Gestein der Erde vermischt – mit dem Effekt, dass es sich bei dem in die Erdumlaufbahn herausgeschleuderten Material ebenfalls um eine solche Mischung handelte.

 

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