Einweihung des neuen Forschungsgebäudes für das Fraunhofer-Zentrum HTL

  1. 20150728_HTL Neubau

Am 28. Juli 2015 feierte das Fraunhofer-Zentrum für Hochtemperatur-Leichtbau HTL die Einweihung seines neuen Forschungsgebäudes am Standort Bayreuth-Wolfsbach. Der Neubau wurde von der EU, vom Bund sowie vom Freistaat Bayern mit 20 Millionen Euro finanziert und bietet auf 2600 m² Fläche Platz für ca. 80 Mitarbeiter.

Das Fraunhofer-Zentrum für Hochtemperatur-Leichtbau HTL entwickelt Materialien und Komponenten sowie Mess- und Simulationsverfahren für den Einsatz bei hohen Temperaturen. Wichtige Anwendungen liegen in der Energie-, Antriebs- und Wärmetechnik. Forschungsschwerpunkt ist die Verbesserung der Qualität sowie der Material- und Energieeffizienz von industriellen Wärmeprozessen. Da in Deutschland bisher mehr als 10 % der Primärenergie für industrielle Wärme-behandlungen verbraucht werden, besteht hier ein erhebliches Verbesserungs-potenzial.

„Am Fraunhofer-Zentrum HTL steht die Energieeffizienz bei Hochtemperatur-prozessen im Mittelpunkt. Damit trifft es eines meiner Kernanliegen“, betonte die Bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner: „Die Steigerung der Energieeffizienz ist eine tragende Säule in meinem Energiekonzept. Ich setze hier auf das ganze Spektrum an Energieeffizienzmaßnahmen, von der Wärmewende im Gebäudebereich bis hin zur Energieeinsparung in der Industrie. Denn jede Kilowattstunde, die nicht verbraucht wird, muss auch nicht produziert werden.“ Tatsächlich war auch bei der Planung des HTL-Neubaus die Energieeffizienz ein wichtiges Anliegen, was dazu führte, dass ein Blockheizkraftwerk, Photovoltaik und ein Erdwärme-tauscher in die Haustechnik integriert wurden. Bei der Wärmedämmung werden die Anforderungen der gültigen Energieeinsparverordnung um mehr als 35% übererfüllt.

Mit seiner prägnanten Keramikfassade soll der Neubau die Forschungsschwer-punkte des HTL sichtbar nach außen transportieren. Prof. Dr. Alfred Gossner, Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft, erschien überzeugt: „Mit diesem Neubau verfügt das Fraunhofer-Zentrum für Hochtemperatur-Leichtbau über eine moderne Forschungsinfrastruktur, die in Kombination mit dem Know-how der Forscherin-nen und Forscher des HTL eine solide Grundlage für innovative Lösungen im Bereich der Hochtemperaturmaterialien und -prozesse bietet.“ Brigitte Merk-Erbe, Oberbürgermeisterin der Stadt Bayreuth, ergänzte: „Hochtemperatur-Leichtbau ist nicht erst seit heute ein herausragend wichtiger Kompetenzgeber für unsere heimische Wirtschaft. Das Fraunhofer-Zentrum HTL ist auf diesem Gebiet Entwick-lungspartner und Dienstleister für zahlreiche Firmen in der Region und weit darüber hinaus – mit erstklassigem Wachstumspotenzial und besten Zukunftsaussichten.“ Mit dem Neubau konnte auch die technische Ausstattung des Fraunhofer-Zentrums HTL erweitert werden. So stehen jetzt zwei 3D-Drucker der neuesten Generation zur Fertigung von Bauteilen aus Keramiken bzw. Metallen zur Verfügung, außerdem eine vollautomatisierte 450 kV Computertomografie-Anlage zur zerstörungsfreien Bauteilprüfung, eine Prepreg-Anlage zur Beschichtung von 2D-Geweben sowie ein hochmodernes 5-achsiges Bearbeitungszentrum zur Bearbeitung von Hartstoffen. Ebenfalls zur Neuausstattung gehören mehrere Thermooptische Messanlagen, die zur Prüfung von Hochtemperaturmaterialien und zur Optimierung ihrer Herstellprozesse am HTL eigens entwickelt worden waren. Im Rahmen der Einweihungsfeier wurde eine dieser Anlagen, TOM_wave, durch Staatsministerin Ilse Aigner in Betrieb genommen. TOM_wave ermöglicht kontaktfreie Messungen thermomechanischer Materialeigenschaften bei Tempera-turen bis 1800°C und ist weltweit einzigartig.

„Seit seiner Gründung im Jahr 2012 ist das Fraunhofer-Zentrum HTL auf einem sehr erfreulichen Wachstumskurs. Mittlerweile arbeiten am Standort Bayreuth über 35 Stamm- und ca. 25 studentische Mitarbeiter. Das und die gute Resonanz aus der Industrie zeigen, dass wir hier die Weichen richtig gestellt haben“, zog Prof. Dr. Gerhard Sextl, Leiter des Würzburger Mutterinstituts Fraunhofer ISC, erfreut Zwischenbilanz. Auch Dr. Friedrich Raether, Leiter des Zentrums HTL, zeigte sich optimistisch: „Der Neubau ermöglicht uns den weiteren Ausbau unserer Kompetenz und Mitarbeiterzahl, und mit den neuen technischen Anlagen können wir unseren regionalen und überregionalen Kunden und Projektpartnern noch bessere Leistungen anbieten.“



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